Feel - Gesundheitsförderung Uri

ältere Erwachsene - psychische Gesundheit

Mit zunehmendem Alter verändert sich das Leben in vielerlei Hinsicht: Pensionierung, gesundheitliche Veränderungen oder der Verlust nahestehender Menschen können neue Herausforderungen mit sich bringen. Gleichzeitig bietet diese Lebensphase auch viele Chancen für persönliches Wachstum, neue Aktivitäten und soziale Beziehungen.

Die psychische Gesundheit ist eine wichtige Grundlage für Lebensqualität, Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe im Alter. Sie wird durch persönliche Ressourcen, soziale Beziehungen und unterstützende Lebensbedingungen beeinflusst. Ziel der Gesundheitsförderung ist es deshalb, die vorhandenen Stärken und Lebenskompetenzen älterer Menschen zu stärken und ihnen zu helfen, mit Veränderungen und Belastungen gut umzugehen.

Im Jahr 2019 wurde ein Grundlagenbericht für den Kanton Uri zum Thema «Psychische Gesundheit beim Älterwerden» erarbeitet. Dieser steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung. 

 

Stärken Sie Ihre psychische Gesundheit mit den 6 Impulsen der  “Wie geht's dir?” Kampagne:

Geteiltes Leid ist halbes Leid. Geteilte Freude ist doppelte Freude. Sich mitteilen zu können und dabei verstanden und ernst genommen zu werden, wirkt entlastend und stärkt uns. Gespräche über unser Befinden helfen, unsere Gefühle einzuordnen und damit umzugehen. Für ein gelingendes Gespräch solltest du dir genügend Zeit nehmen und versuchen, deinem Gegenüber die volle Aufmerksamkeit zu schenken.

Wie steht es um dich?

  • Wenn du dich freust oder es dir schlecht geht: Mit wem sprichst du darüber? wer hört dir zu?
  • Wann hast du zuletzt jemanden aus deinem Freundeskreis oder deiner Familie gefragt, wie es ihr/ihm wirklich geht?
  • Welche Gedanken drehen sich bei dir schon lange im Kreis und binden deine Energie? Redest du mit jemandem darüber, oder frisst es eher in dich hinein?
  • Hast du dir heute schon Zeit genommen, um mit jemandem ein ehrliches, tiefgründiges Gespräch zu führen?

Gute, wertschätzende Beziehungen führen zu Sicherheit, Bestätigung, Hilfe und Orientierung. Nicht umsonst heisst es, dass man gemeinsam stark ist. Mit Freundinnen und Freunden kannst du streiten und dich versöhnen. Intimes wird vertraulich behandelt. Sie dürfen kritisieren und lassen dich dennoch sein, wie du bist. Da Beziehungen stets gegenseitig sind, muss man sie pflegen. Auch sich in einer Gruppe freiwillig für eine Aufgabe einzusetzen stärkt Beziehungen und erhöht nachweislich das Wohlbefinden.

Wie steht es um dich?

  • Mit wem willst du freie Zeit verbringen, mit wem nicht? Wer tut dir gut?
  • Lässt dir deine Lebensgestaltung Zeit für deine Freunde und Familie?
  • Wann hast du dich zuletzt bei deinem besten Freund oder deiner besten Freundin gemeldet?
  • Wann und wo hast du zuletzt jemand Nettes kennengelernt? Lässt sich das wiederholen?
  • In welcher Gruppe fühlst du dich wohl und wertgeschätzt?
  • Wie kannst du dich in deiner Gemeinschaft engagieren?

Einige Anregungen:

  • Führe gemeinsame Rituale ein, triff dich z. B. immer am ersten Montag im Monat mit deinen Freundinnen zum Kegeln, geh alle 14 Tage mit einem Freund oder einer Freundin ins Kino.
  • Greife zum Telefon und rufe jemanden an, den du länger nicht gesehen hast.
  • Bleibe im Kontakt mit deinen Freundinnen und Freunden, deiner Familie, über Gruppenchats, -videos oder SMS und frage, wie es ihnen geht.
  • Führe Tagebuch über nette Begegnungen.
  • Sprich es aus, wenn du über jemanden etwas Nettes denkst.
  • Finde neue Kontakte, z. B. indem du dich in einer Gemeinschaft einbringst oder ein neues Hobby ausprobierst.
  • Schau dich um, wer in der Familie oder Nachbarschaft sich über deine Hilfe freuen würde.
  • Melde dich als freiwillige Helferin/freiwilliger Helfer bei einem Ortsverein, dem Blutspendedienst, dem Fussballclub oder dem Schulfest. Die Gemeindeverwaltung / das Quartierzentrum kann dir Auskunft über die Vereine in deiner Umgebung geben. Angebote für Freiwilligenarbeit findest du auch bei benevol-jobs.ch.

Die Gesundheit von Psyche und Körper ist auch vom Lebensstil abhängig. Körperliche Bewegung und Aktivität machen Spass und sind ein notwendiger Gegenpol zur Überreizung durch Überinformation, Arbeitsstress und ein gesteigertes Lebenstempo. Auch Entspannung ist wichtig: Bewusstes Ein- und Ausatmen oder kurze Entspannungsphasen im Alltag wirken positiv auf Körper und Psyche. Zu einem gesunden Lebensstil gehören auch ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und ein massvoller Umgang mit Alkohol und anderen Suchtmitteln.

Wie steht es um dich?

  • Gibt es in deinem Alltag regelmässige Bewegungszeiten?
  • Wie bewegst du dich gerne? Schwimmen, Wandern, Laufen, Tanzen, Yoga, Gymnastik, Velofahren oder …?
  • Hast du dich heute schon 30 Minuten am Stück bewegt?
  • Bei welchen Tätigkeiten kannst du am besten «abschalten»?
  • Gibt es in deinem Alltag Freiraum für bewusste Entspannungszeiten?
  • Welche Aktivitäten, z. B. Schreiben, Laufen oder Basteln, geben dir Kraft und Schwung

Einige Anregungen:

  • Steige eine Station früher aus dem Tram, benutze die Treppe statt des Lifts.
  • Geh spazieren oder führ den Hund der Nachbarn aus.
  • Verabrede dich zum Fussball- oder Boule-Spielen.
  • Tanze zu deiner Lieblingsmusik im Wohnzimmer, bis du ausser Atem bist.
  • Steh bei der Arbeit mindestens einmal pro Stunde auf. Telefoniere im Stehen.
  • Mach, was immer dir Spass macht, aber mach es regelmässig, am besten dreimal pro Woche während 30 Minuten.
  • Lausche am Morgen bewusst dem Gesang der Vögel.
  • Versetze dich in deiner Vorstellung an deinen Lieblingsort.
  • Nimm dir Zeit für Atem- und Entspannungsübungen, z. B. ganz früh am Morgen.
  • Probiere eine Entspannungstechnik aus – autogenes Training, Yoga, Meditation, Qi Gong – und bau sie in deinen Alltag ein.
  • Plane eine Bootstour am Wochenende, einen Trip in die Berge, einen Lese-Nachmittag im Liegestuhl oder auf dem Sofa.

Neues lernen oder sich kreativ betätigen, ist eine Entdeckungsreise, die dich aus dem Alltag herausführt und neue Horizonte eröffnet. Indem du etwas Neues ausprobierst, entwickelst du dich weiter und stärkst dein Selbstwertgefühl. Durch kreative Aktivitäten lassen sich Gefühle und Erlebnisse ausdrücken und verarbeiten und Spannungen abbauen. Wir lernen nicht nur mit dem Hirn, sondern mit all unseren Sinnen.

Wie steht es um dich?

  • Wo kannst du dich kreativ ausleben?
  • Was kannst du besonders gut? (z. B. Kochen, Singen, Malen, Reparieren, Gärtnern, Schreinern, Nähen, Gestalten)
  • Wann und wie oft nimmst du dir Zeit für kreatives Gestalten?
  • Was willst du gerne können?
  • Was sind deine Talente/Fähigkeiten? Welche möchtest du nutzen?
  • Kannst du etwas, das du gerne jemandem beibringen würdest?

Einige Anregungen:

  • Gestalte deinen Balkon oder deine Wohnung um, indem du ausmistest, dekorierst, Dinge neu anordnest oder etwas Neues baust.
  • Baue ein Vogelhäuschen oder einen neuen Küchentisch.
  • Schreibe dein Leben auf oder mach etwas aus deinen vielen Fotografien.
  • Besuche einen Mal-, Töpfer- oder Näh-Kurs.
  • Lernen heisst nicht immer, die Schulbank drücken. Probiere aus, welches Wissen Videos aus dem Internet vermitteln. Auch Lernfestivals sind hervorragende Anlässe, um Neues auszuprobieren. Sicher entdeckst du an dir ganz neue Talente!
  • Lerne online Italienisch, Schwedisch oder Vogelstimmen erkennen.
  • Entdecke aktuelle Ausstellungen in Museen und plane deinen Besuch.
  • Lass dich von Kursprogrammen inspirieren: deine Schule, die Migros-Klubschule oder die Volkshochschule, Pro Senectute oder andere Anbieter liefern Ideen.

Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Kennst du jemanden, der sich selbst für perfekt hält und es auch ist? Wohl kaum. Gerade deine Unvollkommenheit macht dich einzigartig. Je besser es dir gelingt, dich selbst mit allen Ecken und Kanten zu akzeptieren, desto wohler fühlst du dich. Kennst du deine Ressourcen? Dann kannst du auch deine Schwächen besser verstehen und akzeptieren. In deinem ganzen Leben verbringst du mit niemandem mehr Zeit als mit dir selbst. Sei nachsichtig und wohlwollend mir dir selbst. Mit anderen bist du es auch.

Wie steht es um dich?

  • Wie tröstest du dich nach einem Rückschlag?
  • In welchem Bereich bist du mit dir selbst zufrieden?
  • Was macht dich zufrieden in deinen Beziehungen?
  • Was macht dich zufrieden in deinem Beruf?
  • Was ist dir heute gelungen, worüber du dich freuen kannst?
  • Über welche Fehler von heute kannst du lachen?

Einige Anregungen:

  • Klopfe dir bei Belastungen innerlich aufmunternd auf die Schulter oder lächle dich im Spiegel an. Das löst positive Gefühle aus.
  • Konzentriere dich auf deinen vitalen Rhythmus (Ernährung, Bewegung, Atmung, Schlaf).
  • Schreibe deine Gedanken auf: Was ist momentan gut für mich? Was nicht? Was kann ich selbst anpassen?
  • Verzeih dir und deinem Gegenüber, wenn du häufiger gereizt reagierst.
  • Tröste dich und deine Nächsten, wenn nicht alles wie gewohnt rund läuft.
  • Setze dir Tagesziele, die du einhalten kannst.

Finde mehr heraus über das Zusammenspiel von Ressourcen und Belastungen

Hilfe anzunehmen ist ein Zeichen von Stärke. Jeder steht irgendwo im Leben mal an. Familie und Freunde können eine wichtige Stütze sein. Manchmal fällt es jedoch leichter, mit Aussenstehenden zu reden. Wenn die Belastungen gross werden, ist es wichtig, dass du professionelle Hilfe suchst. Denn je länger eine psychische Belastung andauert, um so grösser ist die Gefahr, dass sie noch grösser oder zu einer Erkrankung wird.

Wie steht es um dich?

  • Nimmst du deinen eigenen Körper und seine Signale war und hörst du rechtzeitig auf sie?
  • Vertraust du darauf, dass es Hilfe gibt, wenn du danach fragst?
  • Was hält dich davon ab, um Unterstützung zu bitten? Befürchtest du, abgelehnt zu werden oder jemandem etwas schuldig zu sein?
  • Kannst du akzeptieren, dass Menschen Aufgaben anders lösen, als du es tun würdest?

Einige Anregungen:

  • Krisen haben wir alle. Rückschläge, Schocks oder Trauer brauchen Zeit, bis du sie emotional verarbeitet hast. Nimm dir diese Zeit, wenn du sie brauchst!
  • Konzentrier dich auf das, was du jetzt gut kannst. Alles, was dir im Moment schwerfällt oder nicht so wichtig ist, kannst du delegieren und dafür um Hilfe zu bitten.
  • Verschaffe dir Abstand: Du bist nicht für alles verantwortlich.
  • Menschen, die dir nahestehen, möchten wissen, wie sie für dich da sein können. Versuche zu benennen, was dir helfen könnte, und frage in deinem Umfeld nach konkreter Unterstützung.
  • Für andere da zu sein und sich gegenseitig zu unterstützen gibt Sinn im Leben und stärkt die Beziehung zu den Mitmenschen. Du weisst bestimmt aus eigener Erfahrung, dass dir Geben ein gutes Gefühl gibt.

Falls es dir nicht gut geht und du ein offenes Ohr oder Hilfe suchst, findest du hier Adressen und Angebote.

Diese Empfehlungen sind übernommen aus der “Wie geht's dir?” Kampagne. Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie hier.