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Alkoholkonsum: «Weniger ist besser»

«SUCHTPRÄVENTION»

Für viele Menschen in der Schweiz sind alkoholhaltige Getränke ein Kulturgut. Alkohol kann ein Genussmittel sein, und Alkoholkonsum hat für die Konsument*innen in gewissen Lebenssituationen durchaus erwünschte Effekte: Er kann berauschen, Hemmungen lösen, soziale Kontakt erleichtern oder Geselligkeit fördern.

Gibt es einen risikofreien Konsum?

Epidemiologische Arbeiten haben lange Zeit darauf hingedeutet, dass geringer Alkoholkonsum kein Gesundheitsrisiko darstellt und sogar eine für die Herzgesundheit förderliche Wirkung hat. 

Dem ist aber nicht so!

Heute kommt die Wissenschaft zu einem eindeutig anderen Befund: Auch bisher als risikoarm bezeichneter Alkoholkonsum erhöht insbesondere die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken.

Lohnt es sich, weniger zu konsumieren?

Personen, die ihren Alkoholkonsum reduzieren oder darauf verzichten, berichten meist rasch über positive gesundheitliche Effekte, darunter bessere Schlafqualität, mehr Energie, gesteigerte Libido, ein verbessertes Hautbild sowie Gewichtsreduktion durch geringere Kalorienaufnahme. Zudem werden eine Senkung von Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker sowie eine Stärkung des Immunsystems beschrieben.

Für die eigene Gesundheit ist es am sichersten, keinen Alkohol zu trinken, insbesondere in bestimmten Lebenssituationen: in der Pubertät, bei Schwangerschaft oder in der Stillzeit, bei Einnahme von Medikamenten wegen problematischen Wechselwirkungen, beim Lenken von Fahrzeugen und bei risikoreichen beruflichen Tätigkeiten oder sportlichen Aktivitäten. 

Zu wenig bekannt sind insbesondere die Risiken auch von geringstem Alkoholkonsum während der Schwangerschaft aufgrund der unmittelbaren toxischen Wirkung von Ethanol auf den Fötus. Das fetale Alkoholsyndrom (FASD) ist eine der häufigsten vorgeburtlichen Behinderungen.

Für immer mehr Menschen ist «weniger besser»

Die Konsumgewohnheiten verändern sich. Immer mehr Menschen in der Schweiz hinterfragen und reduzieren ihren Alkoholkonsum. Seit 2001 ist der durchschnittliche jährliche Verkauf von reinem Trinkalkohol von 10.6 Liter auf 7.6 Liter pro Kopf (2024) zurückgegangen.

Es gibt viele Arten, etwas für die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden zu tun. Weniger Alkohol zu trinken ist eine davon. Es liegt an jedem/jeder Einzelnen, eine informierte Entscheidung über den eigenen Alkoholkonsum zu treffen. Auf jeden Fall gilt: «Weniger ist besser».

 

Die Eidgenössische Kommission für Fragen zu Sucht und Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (EKSN) greift aktuelle Entwicklungen aus der Alkoholforschung auf. Sie veröffentlichte im März 2026 zwei Dokumente zu Alkohol. Die zwei erwähnten Dokumente finden Sie HIER.

Das Blaue Kreuz Schweiz hat sechs Empfehlungen zum Alkoholkonsum herausgegeben. Weitere Informationen dazu finden Sie HIER.