Grundlagen
Keine Gesellschaft ist frei von Suchtmitteln. Unterschiedlichste Substanzen und Verhaltensweisen spielen eine wichtige soziale und individuelle Rolle, so z.B. bei gesellschaftlichen Anlässen, in Kultur und Brauchtum oder in der Medizin.
Zum Glück entstehen daraus in der grossen Mehrheit der Fälle keine Probleme.
Verschiedene individuelle und gesellschaftliche Faktoren, aber auch Eigenschaften des Suchtmittels, können dazu beitragen, dass Probleme wie Abhängigkeit oder problembehafteter Konsum entstehen.
Zahlen in der Schweiz
Auszug aus dem Bericht "Herausforderung Sucht", herausgegeben von der Steuergruppe der drei eidg. Kommissionen für Alkoholfragen, für Drogenfragen und für Tabakprävention, Bern 2010
Alkoholkonsum
Rund eine Million Schweizerinnen und Schweizer haben einen problembehafteten Konsum von Alkohol, gut drei Viertel von ihnen trinken nur gelegentlich zu viel ("episodisch"). Etwa 100'000 Männer und Frauen trinken chronisch zu viel Alkohol, weitere 155'000 trinken nicht nur chronisch zu viel, sondern zusätzlich auch episodisch zu viel. Gesamthaft aber nimmt der Alkoholkonsum pro Kopf in der Schweiz ab.
Rauchen
Der Anteil der Rauchenden ist seit 2001 rückläufig und liegt derzeit etwa bei einem Viertel der 14- bis 65-Jährigen. Fast die Hälfte der 14-jährigen Jugendlichen geben an, mindestens einmal in ihrem Leben eine Zigarette geraucht zu haben (rund 50% der Jungen und 47% der Mädchen).
Illegale Drogen
Der Konsum von Cannabis, Kokain und Ecstasy hat in den vergangenen zehn Jahren zugenommen. Derzeit haben gegen 20% der Bevölkerung über 15 Jahre Cannabis konsumiert. Gestiegen ist auch die Konsumerfahrung bei Kokain (von 1.6% auf 2.8%) und Ecstasy (von 1.0% auf 1.8%).
Bei den Jugendlichen konsumieren gegenwärtig deutlich mehr Jungen als Mädchen Cannabis (11.5% bzw. 5.1%). Der Konsum hat sich hier aber stabilisiert und ist bei Schülerinnen und Schülern neuerdings rückläufig. Die Erfahrung mit harten Drogen hat bei den männlichen Jugendlichen zugenommen, während sie bei den Mädchen stabil blieb.
Medikamentenkonsum
Der Gebrauch von Schlaf- und Beruhigungsmitteln hat in der Schweizer Bevölkerung von 2002 bis 2007 leicht zugenommen (Schlafmittel: von 2.3% auf 2.8%; Beruhigungsmittel: von 2.4% auf 2.6%). Besonders stark fällt die Zunahme des Schlafmittelkonsums bei den mindestens 70-jährigen Frauen aus (2002: 11.3%, 2007: 14.2%).
Spielsucht
Für 2007 wurde die Zahl von Menschen in der Schweiz, die krankhaft spielen oder gespielt haben ("Lebenszeitprävalenz"), auf 1.1% der Bevölkerung zwischen 18 und 98 Jahren geschätzt, diejenige der Spielerinnen und Spieler mit problembehaftetem Spielverhalten auf 2.2%. 1998 betrugen die geschätzten Anteile 0.8% respektive 2.2%.
